Reibungsverluste im Unternehmen entstehen dann, wenn Konflikte nicht konstruktiv ausgetragen werden. Der zweite Teil des Wortes macht deutlich, dass wir es dann mit echten „Verlusten“ zu tun haben. Sowohl monetärer Natur als auch zwischenmenschlicher Natur.

Doch wie kommen diese Verluste zustande?

Immer dann, wenn die Sachebene einer Thematik verlassen wird, kommt es zu Verlusten. Wir befinden uns dann auf der Beziehungsebene.

Das Verlassen der Sachebene eines Konflikts kann wiederum verschiedene Gründe haben:

  • Persönliche Gründe
  • Gründe, die von der Organisation auferlegt werden

Die persönlichen Gründe können wir hier nicht bearbeiten. Mit den persönlichen Gründen sind alle Gründe gemeint, die eine Person / ein Mensch von sich aus / von Haus aus mitbringt. Es spielt hier die Erziehung eine Rolle und die gesammelten Erfahrungen innerhalb eines Lebens. Diese Gründe können in diesem Rahmen nicht bearbeitet werden.

Als Unternehmer können Sie aber die Gründe, die von der Organisation auferlegt werden, bearbeiten.

Wird im Unternehmen Konkurrenz gefördert?

Und hier wären wir nun bei einer generellen Führungsfrage: Wird der Erfolg der Mitarbeiter angeheizt indem eine Konkurrenz zwischen den Mitarbeitern gefördert wird?

Wenn Sie diese Frage mit „ja“ beantworten, sollten Sie dieses Konzept überdenken. Langfristig wird das nicht funktionieren.

Sobald eine Krise kommt, wird das in einem gegenseitigen Zerfleischen enden und das Erreichen von konstruktiven Lösungen rückt in weite Ferne. Aber die Natur hat es so eingerichtet, dass irgendwann einmal eine Krise kommt. Sind Sie und Ihre Mitarbeiter für das Krisenmanagement gerüstet? Wird bei Ihnen Konkurrenz untereinander gefördert? Vielleicht indirekt?

Auch wenn Sie jetzt alle Fragen mit „nein“ beantworten. Wahrscheinlich lohnt es sich zu überprüfen, ob es ein Konkurrenzdenken in Ihrem Unternehmen gibt. Es wäre nur allzu natürlich. Manchmal etablieren sich solche Denkweisen unterschwellig. Generell möchten Menschen gute Arbeit erledigen und gelegentlich besser sein, als ein Kollege. Und genau hier, haben wir eine gewisse Art von Konkurrenzdenken.

Indikatoren für Reibungsverluste

Hören Sie manchmal folgendes:

„Oh je, die Marketingabteilung plant am Markt vorbei, das ist der Grund, warum wir nicht erfolgreich arbeiten können.“ Oder: „Der Vertrieb macht was er will. Wenn unsere Konzepte nicht umgesetzt werden, ist es kein Wunder, wenn der Unternehmenserfolg leidet.“ Oder: „Die Marketingabteilung versteht uns nicht. Sie setzt die falschen Verkaufsargumente ein. Die Kunden bekommen einen vollkommen falschen Eindruck vom Produkt. So können wir das Produkt nicht verkaufen.“

Meine erste Reaktion bei solchen Aussagen wäre:

„Warum redet ihr dann nicht miteinander? Vernünftig und sachbezogen?“

Na ja. Wenn das so einfach wäre, dann hätten wir keine Reibungsverluste. Warum reden Menschen nicht miteinander, wenn es Sinn machen würde? Liegt es an der Organisation? Liegt es am Menschen selbst, dass dieser sich nicht ausreichend artikulieren kann? Wurde das schon immer so gemacht und keiner möchte einen neuen Weg gehen?

Die Gründe für solche Aussagen können viele sein.

Sachebene und Beziehungsebene

Fakt ist aber, wenn Menschen bei den o.g. Aussagebeispielen die Sachebene verlassen, sich stattdessen auf die Beziehungsebene begeben, dann haben wir es mit Schuldzuweisungen zu tun.

Bei Schuldzuweisungen befinden wir uns im Verlustbereich und nicht im konstruktiven Bereich.

Solche Aussagen sind ein eindeutiger Indikator dafür, dass das Konkurrenzdenken, das zwischenmenschliche Miteinander im Unternehmen überprüft werden muss, um eine Krise, die sicher irgendwann kommt, erfolgreich bewältigen zu können und um einen stetigen positiven Unternehmenserfolg zu sichern.

Wir müssen nicht nur an eine Krise denken. In Zeiten, in denen der Unternehmensverlauf den Erwartungen entspricht, kann die Minimierung von Reibungsverlusten dafür sorgen, dass die Erwartungen sogar übertroffen werden können.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ihre Mitarbeiter müssen sich nicht lieben. Sie müssen aber eine Ebene der professionellen Zusammenarbeit finden, auch wenn es zu Reibungen oder Konflikten kommt, damit diese konstruktiv ausgetragen werden können. Nur auf diese Weise wird der Unternehmenserfolg langfristig gesichert.

Dabei ist es gleichgültig, welche Art der Organisation Sie gewählt haben: Ob Stab- und Liniensystem oder dergleichen.

Konflikte vermeiden bzw. reduzieren Sie, in dem Sie eine bestimmte Art der Kommunikation untereinander ermöglichen. Fördern Sie gegenseitigen Respekt und Achtung und eine angstfreie Kommunikation zwischen den Menschen in Ihrem Unternehmen, dann sollte es gelingen solche Reibungsverluste zu minimieren.